Jan. 17, 2017
By Christoph Huber

A Different Beat on 52nd Street – 15 Jahre ACFNY

Sorry this part has no English translation

Ohne irgendein Kulturinstitut abwerten zu wollen – aber für uns als Jazzclub ist natürlich das Österreichische Kulturforum in New York, kurz ACF, von prioritärer Bedeutung, gilt der Big Apple doch nach wie vor als das Zentrum des Jazz. Auch wenn der Glanz der späten 1940er und 1950er Jahre, als sich in der 52nd Street ein Jazzclub nach dem anderen reihte (Onyx, Three Deuces, Birdland, Hickory House, Downbeat, Spotlite Club, just to name a few), schon länger vorbei ist, gilt immer noch in Abwandlung eines berühmten Sinatra-Songs „If I can make it there, I’ll make it anywhere“, egal, ob als Jazzclub oder -musiker. Seit 15 Jahren steht also nun das von Raimund Abraham geplante und spektakulär umgesetzte Haus in einer Baulücke von gerade 4 x 7 Metern – und das just in der 52. Straße, also in unmittelbarer Nachbarschaft der einstigen Jazzmeile. Und dieses Haus hat auch einen wunderbaren Konzertsaal mit hervorragender Akustik. „A Different Beat on 52nd Street“ nannten wir einen Schwerpunkt, den wir im Wiener Porgy & Bess anlässlich des 10-jährigen Bestehens des ACF abhielten. Ein Jahr davor organisierten wir gemeinsam mit dem in New York lebenden Tiroler Trompeter Franz Hackl ein Festival mit Vertretern der österreichischen Jazz-Szene im ACF, aber auch in angesagten NYer Clubs wie dem „Jazz Standard“ oder „Joe’s Pub“ im Public Theatre. Ganz allgemein entwickelte sich das ACF im Laufe der Jahre zu einem „meeting point“ für Musiker, die in Österreich leben, für österreichische Musiker, die in New York beheimatet sind, und für NYer Musiker, die mit den „austrian collegues“ gerne zusammenarbeiten. Die nunmehrige Direktorin Christine Moser setzt die inhaltliche Politik ihrer Vorgänger fort und vertieft sie ganz speziell im Zusammenhang mit jungen österreichischen Jazzformationen, was auch zu einem regen transatlantischen Austausch zwischen dem Porgy & Bess und dem Österreichischen Kulturforum führt.

Auf Initiative des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) wurde das sogenannte NASOM-Programm (New Austrian Sound of Music) entwickelt, mit der Idee, junge österreichische MusikerInnen und Ensembles bei Auftritten im Ausland vermehrt zu unterstützen. Dabei kommt vor allem das weltweite Netz des BMEIA, das aus Botschaften, Kulturforen und Generalkonsulaten besteht, ins Spiel – wobei da natürlich gerade dem ACF eine bedeutende Rolle zukommt. Im Januar dieses Jahres ist beispielsweise die Formation Kompost3 mit der wunderbaren Sängerin Mira Lu Kovacs zu Gast in der 52nd Street. Die Band um den Tastenmeister Benny Omerzell, den Trompeter Martin Eberle und mit Manu Mayer am Bass und Lukas König am Schlagzeug überzeugt schon seit geraumer Zeit mit einem innovativen Mix aus Jazz, Funk, Hip-Hop, Soul, Elektronik, (Post-)Rock und noch einigen anderen Genres mehr, ohne je die eigene Handschrift zu verlieren. Ein schönes Beispiel, wie kreativer Eklektizismus funktionieren kann. Dazu wird sich die Sängerin Mira Lu Kovacs gesellen, die gerade mit ihrer Band „Schmieds Puls“ international reüssiert. Schmieds Puls hatte nebenbei bemerkt natürlich auch schon ihren Auftritt im ACF. Sie bemerken, das ACF ist am Puls der Zeit!

 

Abschließend bleibt mir noch, zum Geburtstag herzlich zu gratulieren und auf eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit anzustoßen. In diesem Sinne: More different Beats on 52nd Street! Christoph Huber, Porgy & Bess