Mi 15. Februar 2017
20:30

Shake Stew 'Contemporary Stew' (A)

Lukas Kranzelbinder: bass, bandleader
Clemens Salesny: alto saxophone
Johnny Schleiermacher: tenor saxophone, flute
Mario Rom: trumpet
Manu Mayr: bass
Niki Dolp: drums, percussion
Mathias Koch: drums, percussion

episode 3 – FANGfrisch

Des Bandleaders Kalamität mit seinem Stützapparat, legte es nahe von der ursprünglichen Dramaturgie des dritten Stageband-Abends, für den zu Beginn ein Bass-Duet eingeplant war, kurzfristig abzuweichen. Doch das Improvisationsgeschick von Jazzern löste das Problem im Handumdrehen. Kranzelbinder drapierte rund um einige „Golden Standards“ der Gruppe, aus dem Kollektiv gebildete, unterschiedlich besetzte Kleinformationen. Das Intro zum Eröffnungsstück strömte aus der Hornsection der Band. Allein hier schon offenbarte sich die herzhafte Brisanz die das Konzert vorantreiben sollte, als sich spannendste, kontrapunktische Tongirlanden einander umrankten, und in hinreißender italienischer Bandamanier jubilierten. In dieses Ereignis klinkten sich die restlichen „Shaker“, kernig rockend erregenden Verve entfachend, ein. Gemeinsam schüttete man akustisches „Goldlametta“ über die Hörerschaft – fangfrisch, inspiriert, lässig. Und einmal mehr drang das großartige spontane Geschick, die eloquente Kollektivdynamik und das ungeheure Kreativitätspotential aus allen Poren des Bandgefüges. Der Fokus des musikalischen Ansinnens war diesmal noch stärker auf das Prinzip Improvisation gerichtet und die Musiker fanden ausreichend Bewegungsfreiheit dazu. Hierfür waren eben diese Kleingruppierungen prädestiniert. In Duo-, Trio-, Quartett- Konstellationen spielten sich die Jungs in Euphorie und durchstreiften mit Hirn und Herz diverse Jazzgefilde der letzten fünf Epochen, ohne zu vergessen auch z.B. Ingredienzien des avancierten Rock oder orientalische Färbungen einzustreuen. Da durfte es konventionell swingen, bopen, grooven, aber ebenso metrisch abgekoppelt, klangfarbenorientiert getrasht funktionsharmonisch zuwege geschritten, Changes neu beleuchtet oder an den Rand des Tonalen abgehoben werden. Einerseits regten sich die Binnenstrukturen des Sound-Outputs in filigranen Klangbahnen, andererseits wogten sie als pulsierende Energiefelder. Ein jeder der Bandmitglieder erwies sich dabei erneut als instrumentaler Kapazunder und feingeistiger Gestalter, der sein Ohr immer am Geschehen hat. Situationen waren beispielsweise ein fulminanter Dialog zwischen den beiden Schlagzeugern, ein kurzes sensitives Zwiegespräch zwischen den Bassisten, ein leidenschaftlich „freihändiges“ Duett zwischen Tenorist und Schlagzeug (Niki Dolp), ein äußerst feinstoffliches Trio aus Trompete, Bass (Manu Mayr) und Schlagzeug (Mathias Koch), das melodisch ergreifend schöne Quartett der beiden Bassisten mit Bassklarinette und Flöte oder die unter dem Titel „Zornlied“ eingefasste, pointilistisch widerhakige Reverenz an das Oeuvre John Zorns. Grundsätzlich mutet es ziemlich unfair an, den einen oder anderen dieser wunderbaren Musiker speziell hervorzuheben. Trotzdem zwei davon strahlten an diesem Abend besonders: Mario Rom in seiner ausnehmenden Individualität und musikalischen wie klanglichen Grenzenlosigkeit und Clemens Salesny mit lodernder Hingabe und reichhaltigster Phantasie. Halbzeitresümee: Der „Klangfang“ hat an Vernetzungsdichte, an spontaner Imaginationskraft und souveräner Interpretation bereits jetzt schon einen beträchtlichen Sättigungsgrad erreicht.
(Hannes Schweiger)

Für die Saison 2016/2017 wird Shake Stew als P&B Stage Band an insgesamt 6 Abenden ein sich stetig veränderndes Programm präsentieren. Unter dem Titel Contemporary Stew wird im Februar besonderes Augenmerk auf die vielfältigen klanglichen Möglichkeiten der Septett-Besetzung gelegt. Das erste Set wird von den beiden Bassisten Lukas Kranzelbinder und Manuel Mayr gestaltet. Und auch danach wird es mehrere Kleinbesetzungen innerhalb der sieben Shake Stew Mitglieder geben. (Pressetext)

Nach wie vor erhältlich ist der neue Stage-Band-Pass, welcher den Download eines Live-Tracks pro Abend, sowie insgesamt zwei mal gratis Eintritt bietet. Dieser Pass steht gratis an der Abendkassa zur Verfügung.