So 5. November 2017
17:00

Christian Muthspiel & Steve Swallow Simple Songs (A/USA)

Christian Muthspiel: trombone, piano, e-piano
Steve Swallow: bass guitar

„On Simple Songs, Muthspiel and Swallow admirably demonstrate the beauty and perfection that the art of the duet can offer.“ (Downbeat)

Elf Duostücke, außer Werner Pirchners “Himmelblau” allesamt von Christian Muthspiel neu für diese CD komponiert und ihm selbst als Posaunist, Pianist und einmal sogar Blockflötist, sowie Steve Swallow und dessen unverwechselbarem Sound auf der Bassgitarre quasi auf den Leib geschneidert, bilden einen Zyklus von Duetten, deren erstes mit dem Titel „Pas de deux tranquille“ den Grundton vorgibt.

Auf Overdubs, Loops oder elektronische Effekte wurde in diesem Fall bewusst verzichtet, um das “pure” Spiel im Duo in den Vordergrund zu stellen und somit nicht nur kompositorisch, sondern auch klanglich “simpel” zu bleiben. Raffinement in der Einfachheit und die konsequente Ausarbeitung und Weiterentwicklung einer jeweils kleinen musikalischen Zelle pro Song waren von Beginn an Zielsetzung für die Komposition des gesamten Albums, in dem auch die Abfolge der Tonarten, Modi und Tempi von Stück zu Stück eine wichtige Rolle spielt.

Die Linernotes zu diesem Album stammen vom Österreichischen Schriftsteller Christoph Ransmayr der u.a. dazu sehr bildhaft schreibt: „Ich erinnere mich an Sommernachmittage in den Flußlandschaften meiner Kindheit, an Schotter- und Sandbänke, auf denen meine Gefährten und ich mit Holunderflöten – abgeschnittenen Ästen, aus denen wir das Mark herausgeklopft und in die entstandenen Röhren mit einem Taschenmesser Grifflöcher geschnitten hatten – musizierten. Wenn ich den von Christian Muthspiel komponierten und von ihm gemeinsam mit seinem Gefährten Steve Swallow zum Schwirren, Fliegen, Schweben gebrachten Simple Songs folge, werden meine Hörräume manchmal zu sommerlichen Flußlandschaften, in der sich die Äste des Wilden Holunders, Steine, Gräser in Hals und Korpus einer Bassgitarre oder den Stimmzug und Schallbecher einer Posaune verwandeln und zu in mitreißender Leichtigkeit gespielten Instrumenten werden, auf denen selbst schwierigste Klangfolgen niemals etwas anderes zu sein scheinen als ein virtuoses Spiel. Denn wer das Einfache als das zu begreifen, ja hörbar zu machen versucht, was es ist, ein Grundstein nämlich unserer Welt und Wirklichkeit, muß ein Virtuose sein, wenn er einen dieser Steine zum Klingen bringt.

Der von Christian Muthspiel für das Cover und Booklet in spezieller Hinterglastechnik mit Asche und weißem Lack gemalteBilderzyklus “Pas de deux” ergänzen auf textlicher und bildnerischer Ebene diese Aufnahmen, die Muthspiel im letzten Jahr nach einer von einem massiven Hörsturz ausgelösten Zwangspause von mehreren Monaten langsam – Schritt für Schritt und Song für Song – wieder zum Komponieren und Musizieren zurückfinden ließ.“