Di 28. Dezember 2021
20:30

Löschel Skrepek Zrost (A)

Hannes Löschel
Paul Skrepek
Martin Zrost

LSZ – das sind Hannes Löschel, Paul Skrepek und Martin Zrost, drei österreichische Musiker, die bereits mit ihrer ersten gemeinsamen CD While You Wait den „Preis für das beste Album des Jahres 1996“ für sich verbuchten. 22 Jahre später konnten sie mit der aktuellen CD Waldorf Hysteria (2018) den „Pasticcio-Preis des österreichischen Radiosenders OE1“ gewinnen und mit ihrer Musik auch die nachfolgende Generation zu preisgekrönten Arbeiten inspirieren: Simon Skrepek erhielt für sein Video Larson C den „Preis des besten Musikanimations-Videos 2018“. Abseits von LSZ gehen die drei Herren seit mehr als zwei Jahrzehnten zwar eigene und zum Teil mit großen Erfolgen gekrönte Wege – im Bereich der Komposition, Film- und Theatermusik und des Hörspiels, im Kontext traditioneller und zeitgenössischer Musik sowie Jazz und Rock – dennoch gibt es zahlreiche Berührungspunkte und Überschneidungen. Zuletzt arbeiteten die drei Protagonisten des genreübergreifenden Kleinkammer-Jazz mit dem Schauspieler Helmut Bohatsch. Zum 80. Geburtstag des österreichischen Beat-Schriftstellers Wolfgang Bauer entstand die Produktion "Bauer to the People". Im Herbst 2021 prämierte anlässlich des 100.Geburtstages von H.C. Artmann das Programm "Den Hut auf oder es knallt" im Wiener Rabenhoftheater.

Hannes Löschel begann nach dem Abschluss seiner musikalischen Ausbildung an der Hochschule für Musik in Wien 1991 seine Arbeit an stilübergreifenden Projekten, in denen er als Komponist, Ensembleleiter und Arrangeur tätig war. Es entstanden Auftragswerke im Rahmen u.a. für ORF, WDR, Bregenzer Festspiele, Musiktriennale Köln, Diagonale Graz, Wien modern, RSO Wien, Sirene OpernTheater, Wiener Volksliedwerk, Jazzfestival Saalfelden, Glatt&Verkehrt. Darunter 2 Opern, 3 Musiktheater, 3 Varieté-Programme, Musik zu Tanzproduktionen, und Stummfilmproduktionen. Mit der von ihm gegründeten Formation "Löschel Skrepek Zrost" erhielt er 1997 den Hans Koller Preis – Album des Jahres – für die CD "While You Wait" und den Pasticcio-Preis 2018 für die CD "Waldorf Hysteria". Mit der Formation Hannes Löschel Stadtkapelle entwickelte er ein Programm zwischen Kunst- und Volkslied, das auf den CD-Produktionen Herz.Bruch.Stück und Im Wirtshaus festgehalten wurde und mehrere Jahre in Österreich und dem angrenzenden Ausland tourte. Mit der Rock-Pop Produktion Songs of Innocence nach Gedichten von William Blake und in Zusammenarbeit mit dem britischen Sänger Phil Minton tourte er mit Exit Eden in Österreich und Europa. Die gleichnamige CD erschien beim österreichischen Label collegno. 2000 Gründung des labels loewenhertz. Zwischen 2010 und 2012 Artist in Residence am Wiener Odeon Theaters mit 4 Festivals aktueller Musik. Teilzeit-Galerist (www.loewenhertz/hoerberatung.at). Leitet eine Klasse für Komposition, ein Ringseminar und mehrere Ensembleklassen an der ABPU Linz.

Paul Skrepek ist seit 1996 gemeinsam mit Vincenz Wizlsperger und Heinz Ditsch Mitglied der so legendären wie erfolgreichen Wiener Lieder Combo Kollegium Kalksburg und – gemeinsam mit Helmut Bohatsch – namensgebendes Mitglied des österreichischen Duos Bohatsch und Skrepek. Mit Thomas Berghammer, Martin Zrost und Oliver Steger gründete er das konzeptionell frei improvisierenden Quartett BSZZ.

Paul Skrepek war maßgeblich an der Etablierung eigenständiger österreichischer zeitgenössischer Musikproduktionen beteiligt, Mitglied der legendären TON.ART rund um Burkhard Stangl und tourte als Musiker durch Europa, Russland und Amerika. Immer wieder trat er mit anderen führenden MusikerInnen der österreichischen Jazzszene wie Max Nagl oder Oskar Aichinger auf und setzte sich etwa im Rahmen seiner Mitwirkung im Ensemble Müßig Gang rund um den österreichischen Rapper Skero mit diversen Spielstilen auseinander. Seit vielen Jahren entwickelt er mit großem Erfolg Musik für diverse Musiktheaterproduktionen, in denen er auch vermehrt selbst auf der Bühne auftritt. Zuletzt setzte er sich in der Produktion Auf der Suche nach dem sechsten Sinn (2018) gemeinsam mit der Schauspielerin Johanna Orsini-Rosenberg mit dem Werk des Wiener Aktionisten Konrad Bayer (Regie: Elisabeth Gabriel). Mit dem daraus erwachsenen Vinyl-Album Konrad Bayer Chansons wird dem Werk des Wiener Aktionisten weltweit erstmals ein musikalisches Denkmal gesetzt. Zu seinen Hauptarbeiten der letzten Jahre zählt die Entwicklung der aus objets trouvés zusammengesetzten Kasperlmaschine, einem ständig wachsenden Klangkörper, der in zahlreichen Performances immer neues faszinierendes Klangmaterial aus performativen Elementen geriert und in Form von Maschinenkonzerten sein Publikum optisch wie akustisch begeistert.

Martin Zrost begann während seines Studiums an der Hochschule für Musik in Wien in den späten 1980er Jahren seine langjährige Zusammenarbeit in einer der legendärsten heimischen Konzeptimprovisationsband, dem Trio Ohmnibus. Ihre ausufernde Konzerttätigkeit brachte sie in den frühen 1990ern bis China (und wieder zurück). Weitere Bandprojekte wie etwa anus D, Trio Exklusiv folgten. Zrost konnte später auch seine bereits seit Kindestagen praktizierte Liebe zur Volksmusik, zum Gesang und zur akustischen Kleinformation in der 2010 gegründeten Trio-Formation Trio Lepschi weiter entfalten. Die Band wurde zu einer der wichtigsten musikalischen Repräsentanten des neuen Wienerliedes und begeistert ihr Publikum mit bisher 5 CD-Produktionen und durchschnittlich 40–50 Live Auftritten pro Jahr. Weitere Formationen, in denen Zrost diesem Format ausgiebig fröhnt, sind etwa das Albtriebtrio gemeinsam mit Thomas Berghammer und Vincenz Wizlsperger. Immer gehört sein Herz der improvisierten oder konzeptionellen jazzigen sowie rockigen Musik mit Ensembles wie Quantett, Bzs oder Fugu and the Cosmic Mumu. Seit vielen Jahren arbeitet Martin Zrost erfolgreich in Form zahlreicher Projekte für Theater und Tanz mit heimischen und internationalen ChoreographInnen – etwa 2007 mit La Fura dels Baus und Imperio – und RegisseurInnen wie Mascha Pörzgen oder Susanne Lietzow zusammen. Vermehrt entstanden in den letzten Jahren Musiken zu Hörspielproduktionen. Seine bildnerische Ader stellte Martin Zrost zuletzt in Form seiner ersten Ausstellung unter dem Titel BZW. in der Hörberatung in Wien unter Beweis.

Das musikalische Œuvre der drei Protagonisten von LSZ ist zur Zeit auf über 100 CD Produktionen nachzuhören. (Pressetext)