Do 10. Februar 2022
20:30

Eddie Henderson Quartet 'Together Again' (USA/ESP/A)

Eddie Henderson: trumpet
Peter Zak: piano
Ignasi Gonzales: bass
Joris Dudli: drums

Eddie, Peter und Joris haben sich in den frühen Neunzigerjahren in New York kennengelernt und nach vielen Jahren bringt sie der Spanische Bassist Ignasi Gonsalez auf eine gemeinsame Europatour.

Eddie Henderson
Seine erste Trompetenstunde hat Eddie Henderson von niemand anderen als Louis Armstrong bekommen und 1957 lernte er Miles Davis kennen, der auch immer wieder in Haus seiner Familie zu Besuch war. Es wurde zu seinem Vorteil dass sein Stiefvater Doktor für Musiker wie Miles, Coltrane und Duke Ellington war und begann selbst Medizin zu studieren um von 1968 bis in die späten ‘80er Musik und Medizin zu praktizieren. Große Aufmerksamkeit bekam Eddie zum ersten Mal als Mitglied von Herbie Hancock’s Mwandishi Sextett, ein Ensemble bei dem auch damals junge Erfinder wie Bennie Maupin, Julian Priester, Buster Williams und Billy Hart aufhorchen ließen. Nachdem er Hancock verließ, begann Eddie mit Ikonen wie Pharoah Sanders, Dexter Gordon, Roy Haynes, Philly Joe Jones, Jackie McLean, Joe Henderson, Elvin Jones, Johnny Griffin, Slide Hampton, Benny Golson, Max Roach, McCoy Tyner und Art Blakey’s Jazz Messengers zusammen zu arbeiten.

Peter Zak
Peter Zak wurde am 13. May 1965, in Los Angeles geboren und wuchs in Columbus und Kent, Ohio auf. Seit seiner Umsiedlung nach New York hat er mit Junior Cook, George Coleman, Jimmy Cobb, Billy Hart, Ryan Kisor, Etta Jones, Scott Hamilton, Peter Bernstein, Al Foster, Eric Alexander, Curtis Stigers, Walt Weiskopf, Jon Hendricks und in den letzten Jahren auch besonders intensiv mit Eddie Henderson gespielt und aufgenommen. Peter ist auch ein Dozent in der renommierten New School University in New York.

Ignasi Gonzales
Ignasi begann seine professionelle Karriere im Jahr 1987, um sich nur wenig später dem Jazz zuzuwenden und regelmäßig mit Musikern der New Yorker Szene zu touren, darunter Joe Magnarelli, Grant Stewart, Jim Rotondi, Eric Alexander, Peter Bernstein, Harry Allen und Houston Person. Seit vielen Jahren gehört er zu den regulären Rhythmusgruppen der Tenorsaxophonisten Scott Hamilton und des legendären Benny Golson, mit denen er in ganz Europe tourt.

Joris Dudli
Joris konnte sich besonders während seines fast 10 jährigen Aufenthalts in New York vielschichtig musikalisch profilieren. Davor war er schon in jüngsten Jahren zuerst im Austropop und später mit dem Vienna Art Orchestra und dem Art Farmer Quintet etabliert. Es folgen unzählige Konzerte und mit internationalen Musikern wie Benny Golson, Vincent Herring, Chico Freeman, Johnny Griffin, Benny Bailey, Jerry Bergonzi, Barry Finnerty, Johnny Griffin, Tom Harell, Eddie Henderson, Joe Henderson, Dave Kikoski, Clifford Jordan, Joe Lovano, Sal Nistico, Hal Singer u.v. a. - 2002 war es auch mit dem Joe Zawinul Syndicate.

„Ein ‚Collective Portrait‘ ist besser als ein Selbstporträt“, soll Miles Davis einmal zu Eddie Henderson gesagt haben – und der hat den Ausdruck deshalb zum treffenden Titel seines neuen Albums gemacht. Denn der Trompeter, Psychiater und einstige Fusion-Star hält Rückschau – aber nicht mit nostalgischer Verklärung, sondern ganz im Hier und Jetzt. Wie feuchte Schwaden wabern die Rhodes-Klänge von George Cables durch die Henderson-Klassiker „Sunburst“ und „Dreams“, an anderen Stellen des Albums verwandelt sich Hendersons Quintett in eine lupenreine Hardbop-Band (bei der Cables dann natürlich am Flügel sitzt). Da bedankt Henderson sich etwa bei seinem Mentor Freddie Hubbard durch eine ausgedehnte Fassung von dessen „First Light“, bei der Altist Gary Bartz die Funken sprühen lässt, und zollt mit Woody Shaws „Zoltan“ einem anderen Vorbild Tribut. Und das alles in einem Alter, in dem er sich eigentlich von anderen feiern lassen sollte: Eddie Henderson wird in diesem Jahr 75 Jahre alt. (Text Rolf Thomas, Jazz thing, 2015)