Fr 17. Dezember 2021
18:00
Public Domain:
Ausstellung & Vernissage

Georg Vogel 'Claviton'

Ausstellungsdauer: 18. Dezember 2021 bis 18. Januar 2022

Konzerte anläßlich der Ausstellung: Georg Vogel 'Claviton'
17. Dezember 19h: https://porgy.at/events/10754/
04. Januar 19h: https://porgy.at/events/10755/
18. Januar 19h: https://porgy.at/events/10756/

• Präsentiert werden die neuen Claviton Tasteninstrumente von Georg Vogel.
Dabei werden unterschiedliche Exemplare und diverse Prototypen dauerhaft mit Erklärungen und Klangbeispielen ausgestellt sowie bei drei Konzerten in der Strengen Kammer zu hören sein.
Hauptmerkmal der Claviton Tasteninstrumente ist die vieltönig/mikrotonale Tastatur mit mehrfach geteilten Obertasten zur Ermöglichung der enharmonischen Differenzierung als eigenständige Tonhöhen; Cis ist ungleich Des!
Dabei wird eine Tradition wieder aufgegriffen welche an Cembali und Orgeln eine erste Blütezeit im 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts erlebte und danach in Vergessenheit geriet.
Bei den Clavitonen wird diese Tastenaufteilung erstmals bei elektrischen und digitalen Klangerzeugungsarten angewandt wofür ein spezielles Design entwickelt wurde.
Teil der Ausstellung ist neben den Clavitonen selbst eine kommentierte Dokumentation der Bauprozesse, die Austellung ausgewählter Prototypen, Darstellungen zur Vermittlung theoretischen Hintergrundwissens zu den Thematiken Proportionslehre, Stimmung und Instrumentenkunde sowie audio-visuelle Präsentationen bisheriger musikalischer Verwendungen. (Georg Vogel)

• Die (europäische) Geschichte der Musik ist und war auch stets eine Geschichte der jeweiligen angesagten Machtkonstellationen: seien diese konfessioneller, politischer oder ökonomischer Natur.
Niemals waren nur ausschließlich ästhetische Faktoren bestimmend für den Verlauf und Weiterentwicklung von musikalischen Parametern.
Die überlieferten Musiktraditionen des Mittelalters entstammen der christlichen liturgischen Musik. Ihre Quellen und entstammen dem jüdischen Synagogalgesang, welcher im Frühchristentum der Urkirchen weiter genutzt wurde. Dieser Gesangstradition waren mikrotonale Melismen nicht fremd.
Auch wurde bereits in der griechischen Antike die Oktave in 17, 19, 24, 31 und mehr Teile geordnet.
Die viele Jahrhunderte dauernde Entwicklung und (willkürliche) Reduzierung der Oktave auf eine temperierte Stimmung in 12 Teilen war wie gesagt eine Zusammenspiel von Machtkonstellationen: seien diese konfessioneller, politischer, ökonomischer oder ästhetischer Natur.
Über einen langen Zeitraum hatten die christlichen Kirchen/Konfessionen einen dominanten Einfluss auf die jeweiligen Klangsprachen: sollten sich diese doch z. B. von der Musizierpraxis der „Heiden“ grundsätzlich unterscheiden.
So wurde im „Weströmischen" Europa vieles was Orient-, Byzanz-, Tora- oder Koranverdächtig war bewusst aus- & abgesondert.
Auch z. B. lange Zeit jedwede Mikrotonalität.
In diesem Zusammenhang sei u.a. auf das Konzil von Trient (1545 - 1563) hingewiesen, welches durch bestimmte Ver- & Gebote bezüglich musikalischer Satztechiken
und der Nutzung von „anstößigen Melodien“ die Autonomie eines musikalischen Kunstwerkes innerhalb der katholischen Liturgie unterbinden wollte.
Machtkonstellationen, seien diese konfessioneller, politischer, ökonomischer oder ästhetischer Natur sind permanent einem Wandel unterworfen.
Da an dieser Stelle nicht der Raum für eine kulturgeschichtliche Analyse musikalischer Konditionen und Konditionierungen ist sei zur weiterführenden Information u.a. der Hinweis auf folgendes Buch gestattet:
Fred K. Prieberg, Musik und Macht, S. Fischer, Frankfurt 2015

Freigeist Georg Vogel sorgt in vielerlei Hinsicht für Vielfalt statt Einfalt.
Als Musiker, Instrumentenbauer, Komponist und Ermöglicher widersetzt er sich mutig dem normativen Denken im gegenwärtigen Musik- Lebensbetrieb,
sorgt erfolg- und folgenreich dafür, dass Traditionen nicht zur KaltGlanzAsche verkommen,
bringt mit viel Können, Wissen, Ausdauer und Liebe virtuos ein wärmendes Feuer innovativer Erneuerung unter uns Zeit- & Leidgenossen.
Wenn Ö_Bundespräsident van der Bellen kürzlich über die Ö_Politik(er) sagte: SO SIND WIR NICHT…: Über Georg Vogel läßt sich getrost berichten:
so oder so ähnlich könn(t)en/soll(t)en (nicht nur) die österreichischen Musiker, Künstler, Bürger, Söhne wie Töchter im Land am Strome ihr Sein gestalten:
GEGEN DEN STROM.
Vielleicht nicht immer: aber immer öfter...

Herzlich Willkommen! (Renald Deppe)