So 30. Januar 2022
20:30

Seba Kaapstad (SA/D)

Zoe Modiga: vocals
Ndumiso Manana: vocals
Toni Farris: keyboards
Sebastian Schuster: bass
Philip Scheibel: electronics, percussion
Martin Grünenwald: drums

„Konke“ heißt das dritte Album der Neo-Soul-Band Seba Kaapstad. Der Titel kommt vom Zulu-Wort für „alles“. In seiner Bedeutung steht der Albumtitel nicht nur für das Wollen und Haben, wie es im gleichnamigen Track angesprochen wird. „Alles“ – das ist ein Versuch von Harmonie in einer gespaltenen Welt. Für mehr Unity und Fusion, sowie Seba Kaapstad selbst die unterschiedlichsten musikalischen und kulturellen Elemente aus Südafrika, Swasiland, der USA und Deutschland vereint.

Statt alles und nichts zu sein, überzeugt das via Mello Music Group erschienene Album mit Wahnsinns-Kombinationen und seiner Unzuordenbarkeit. Elektronische Klänge werden von Rap-Parts abgelöst, jazzige Klavier-Akkorde mit afrikanischen Chor-Gesängen überlagert. Das ganze Album ist sehr melodisch und ruhig. Nur „Konke“ und „Home“ stechen durch ihren Upbeat-Charakter hervor. Auf „Our People“ ist Quelle Chris zu hören, mit Georgia Anne Muldrow und Oddisee sind auch weitere spannende Featuregäste vertreten.

Thematisch geht es vielleicht nicht um alles, aber um vieles. „You Better“, „The Kingdom“ und „Please“ sprechen über die Liebe – übers Vermissen und Verletzt werden, übers Erobern und Erobert-werden. „I’m scared“ handelt von der Angst vor der Ungewissheit, aber gleichzeitig auch von den Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Auf „Fred“ wird ein Mensch mit einem Dinosaurier verglichen und auf „Free“ heißt es dann “What is there to do, what is there to know, what is there to grab a hold of in a world like this?“.

Es ist ein Album, das sich immer wieder anhören lässt – und bei jedem Durchlauf könnte etwas Neues auffallen, das man vorher noch nicht gehört hat. Die Tracks lassen sich dabei Zeit, wollen nicht zu schnell zum Höhepunkt kommen, sondern treiben lieber schön und stetig, vor allem schön, dahin. Klavierakkorde kann man schon mal zehn Sekunden ausklingen lassen. (Michi Koffler, themessagemagazine.at/)