Wednesday Night Prayer Orchestra 'Portrait Lukas Aichinger' (A)
Robert Schröck, Ludwig Bekic, Clemens Salesny, Christian Gonsior, Monika Geyer: saxophones
Markus Pechmann, Walter Fend, Thomas Berghammer, Lukas Hartl: trumpets
Karel Eriksson, Matthias Zeindlhofer, Áki Wellsandt, Johanna Martius, Robert Bachner: trombones
Stephanie Weninger: piano
Helene Glüxam: bass
Lukas Aichinger: drums
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Den vierten Abend der Stageband-Konzerte widmet das Wednesday Night Prayer Orchestra seinem Schlagzeuger.
„Lukas Aichingers Qualitäten als Schlagzeuger sind dadurch belegt, dass er nicht bloß in eigenen Projekten hinter den Drums sitzt, sondern bei einigen weiteren Bands, welche stilistisch sehr unterschiedlich aufgestellt sind, was gerade beim Drummer einen sehr weiten Fokus voraussetzt. Seine Qualitäten als Komponist sind gekennzeichnet durch ein radikales In-den-Dienst-der-Sache-Stellen aller verfügbaren musikalischen Mittel, ohne den Versuch einer Auswahl, um in stilistische Biotope zu passen. Das finde ich sehr bemerkenswert und den richtigen Weg. Das Resultat: ein unverkennbarer Personalstil mit Ecken und Kanten, aber immer spannend.“ (Christoph Cech)
1992 in Bad Ischl geboren, findet Lukas Aichinger den Weg über die Linzer Anton Bruckner Privatuniversität und das Wiener Jam Music Lab mitten in die Wiener Improvisationsszene, die ihn als umtriebigen Bandleader schätzt. 2023 landet nach kritischer Selbstprüfung, ob er dafür der Richtige sei, als Schlagzeuger im Wednesday Night Prayer Orchestra. Er ist der Richtige.
Hier spielt Lukas Aichinger eine entscheidende Rolle dabei, Brücken zwischen den unterschiedlichen Ausflugszielen der Bigband zu bauen. Sein Spiel ist eine der Säulen des Orchestersounds. Wenn er hinter dem Schlagzeug loslegt, behält er seine pragmatische Art bei, die seine Musik ohne Schnörkel, aber immer mit einem Augenzwinkern strukturiert und die Spielfreude der gesamten Band befeuert.
Lukas ist keiner, der seine Botschaften von der Bühnenkante brüllt. Mit feiner Klinge erzählt er, etwa in „Thinker Try To Dance“, die Geschichten der Leisen und trifft mit seiner Musik Nerv und Herz seiner Hörer:innen. Wie es sich für den Sir der stillen Aufmerksamkeit gehört, lässt er mit stets offenem Ohr für die erwartungsvolle Fangemeinde beispielsweise dem Smash-Hit „Exkursion zur Coolheit“ eine „Exkursion zur Coolheit II“ folgen. Das Publikum dankt’s dem Drummer mal Whisky schwenkend, mal Köpfe wiegend beim Posaunensolo über Reggaegroove.
Zu hören gibt es neue Musik vom Komponisten Lukas Aichinger sowie einige seiner Stücke aus dem Debütalbum des Orchesters „Look See Love Know“. (Pressetext)
Als der Komponist und Saxophonist Ludwig Bekic vor drei Jahren das sechzehnköpfige Wednesday Night Prayer Orchestra gründete, trafen sich die Musiker wöchentlich, um im Little Stage in Wien Bigband-Musik zu spielen. Zu Beginn bildete die Musik der alten Meister Duke Ellington, Carla Bley, Gil Evans und natürlich ihres Namensgebers Charles Mingus ihre gemeinsame musikalische Grundlage. Durch freie Improvisation und maßgeschneiderte Arrangements war es ihr Ziel, die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Wiener Jazzszene in einem einzigen Ensemble zu vereinen.
Auf diese ersten Erkundungen folgten zahlreiche musikalische Exkursionen. Dazu gehörten die Erforschung der Archive der ORF Big Band, die Zusammenarbeit mit Christian Radovan und seiner Musik aus der Clarke-Boland Big Band sowie die Aufführung von Hans Kollers selten zu hörenden, aber nach wie vor hochaktuellen Big-Band-Suiten.
Sechzig Konzerte später und praktisch noch immer in der Originalbesetzung ihrer ersten Aufführung ist aus dem bloßen „Projekt” eine vollwertige Band geworden. Im folgenden Jahr seines Bestehens widmet sich das Wednesday Night Prayer Orchestra seinen eigenen Kompositionen: Lukas Aichinger, Ludwig Bekic, Helene Glüxam und Áki Wellsandt steuern ihre Werke bei: komplexe, heterogene, manchmal satirische Stücke, die stets im offenen Dialog mit dem Jazz und verwandten Genres stehen und konsequent eine Plattform für die intimen Solokadenzien und vielschichtigen Improvisationen dieser eloquenten Musiker bieten.
Die Workshop-Konzerte finden auch in der dritten Saison wieder in der Wiener Little Stage statt. Ein Abend im ORF RadioKulturhaus bildet den Abschluss einer dreitägigen Aufnahmesession für ihr Debütalbum. Und ab September 2026 wird das „fleißigste Jazzorchester der Stadt“ zehn Monate lang als Stageband im Wiener Jazzclub Porgy & Bess zu hören sein. (Pressetext)
https://wednesdaynightprayerorchestra.com/