Di 17. November 2026
20:30

Jeremy Pelt Quintet 'Woven' (USA/UKR)

Jeremy Pelt: trumpet
Jalen Baker: vibraphone
Mykhailo Mendelenko: guitar
Leighton Harrell: bass
Jared Spears: drums

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Das neueste Projekt des Trompeters Jeremy Pelt, „WOVEN“, ist ein faszinierendes Album, das traditionellere Aspekte des Jazz des 21. Jahrhunderts mit den unzähligen Möglichkeiten elektronisch synthetisierter Klänge verbindet. Diese Sammlung überwiegend eigener Kompositionen zeigt Pelts instrumentale Kunstfertigkeit sowie sein Engagement für das Komponieren von Werken, die neue Dimensionen des Jazz erkunden. Jeder Titel auf „WOVEN“ ist sorgfältig ausgearbeitet und schafft eine perfekte Balance zwischen Innovation und emotionaler Tiefe. Das gesamte Spektrum des zeitgenössischen Jazz ist hier zu finden, vom Neo-Bop über treibende Rhythmen bis hin zu berührend intimen Balladen. Doch Pelts Trompete kann sich auch durch elektronische Klangtexturen schlängeln und so eine Klanglandschaft schaffen, in der die kaleidoskopischen Klangfarben der Gruppe zu einem wesentlichen Bestandteil des melodischen Gehalts werden. Zusammen mit einem beeindruckenden Ensemble von Musikern schaffen Pelt und seine Mitwirkenden ein fließendes Zusammenspiel aus akustischen und elektronischen Klängen und stellen dabei ihr Können unter Beweis, kühne, zeitgenössische Elemente zu integrieren und gleichzeitig das Wesen des Jazz selbst zu unterstreichen. (Pressetext)

Woven (verwoben), nicht straight ahead! Gut, dass Jeremy Pelt schon im Titel eine Gebrauchsanweisung für sein aktuelles Album mitliefert, das nahtlos die nächste Seite seines Drehbuchs aufschlägt, mit dem der Trompeter mit „Tomorrow’s Another Day“ eröffnete. Der 48-Jährige hat sich längst vom Epigonentum früherer Tage verabschiedet und sucht nun einen gangbaren Weg, um die Ursprünglichkeit des Jazz fortschreiben, ohne dabei dessen Wurzeln zu kappen. Was 2024 noch unrund klang, hat Pelt inzwischen verfeinert, seiner neuen Band mit dem jungen Vibrafonisten Jalen Baker und dem ukrainischen Gitarristen Misha Mendelenko neun spannende Tracks auf den Leib geschrieben, in denen die Sounddesignerin Marie-Ann Hedonia aka Modular Marie mit ihren Synthesizer-Intermezzi eine Schlüsselrolle einnimmt und nie wie ein Fremdkörper wirkt. So feiert „Woven“ in erster Linie den akkuraten, visionären Komponisten Jeremy Pelt, der zwar nach wie vor über einen unglaublich variablen, warmen Trompetenton verfügt, dem es aber hier tatsächlich gelingt, dass sich akustischer und elektronischer Jazz nicht wie Kriegsparteien gegenüberstehen. (Reinhard Köchl, Jazz thing 158)