Mo 17. Mai 2027
20:30

Daniel Herskedal Solo (N)

Daniel Herskedal: tuba, bass trumpet, electronics

Wir starten ca. 1/2 h vor Konzertbeginn den Live-Stream (Real-Time, nach Konzertende nicht mehr abrufbar!). Durch Klicken auf "Zum Livestream" öffnet sich ein Fenster, wo Sie kostenlos und ohne irgendeine Registrierung das Konzert miterleben können. Wir ersuchen Sie aber, dieses Projekt über "Pay as you wish" zu unterstützen. Vielen Dank & Willkommen im realen & virtuellen Club!

Ein Mann, seine Tuba, seine Basstrompete und eine Holzhütte inmitten der norwegischen Berge: Wie schon im ersten Teil seiner Solo-Versuchsanordnung „Call For Winter“ hat sich Daniel Herskedal in die winterliche Einsamkeit seiner Heimat zurückgezogen, um im Alleingang ein Album aufzunehmen.

Man vergisst schnell, dass hier fast ausnahmslos tiefes Blech zu hören ist. Was unter anderem daran liegt, dass Herskedal auf der Basstrompete einen ungemein gesanglichen Ansatz verfolgt, der das Instrument zuweilen klingen lässt wie eine Joik-Sängerin (etwa in „Hope“), einen nachdenklichen Naturgeist („Call For Winter II“) oder ein summendes Kind („Gæjkedh-vearelde“).

In Kombination mit warmen Tuba-Drones, Loops aus rhythmisierten Anblasgeräuschen und einer Art Polarlichtleuchten als Klangeffekt auf der Melodiestimme entwickelt der Norweger eine Reihe anspielungsreicher Kompositionen. Die Stücke, die ihr Biwak in dem Grenzgebiet zwischen Ambient, Jazz, Sakralmusik und Neo-Klassik aufgeschlagen haben, lassen die Assoziationsmaschine munter laufen. Man hört das ferne Stampfen von Bassdrums in einem Electro-Club im ewigen Eis, das beruhigende Schlaflied einer Mutter oder das grausame Tauen des Permafrostes.

Auch wenn sich Herskedal der Folgen des Klimawandels bewusst ist und er sie in Stücken wie „Thawing Permafrost“ oder „The Tilt Of The Axis“ gruselig-schön vertont, haben seine modernen Hymnen für Basstrompete und Tuba etwas zutiefst Tröstliches. Nicht umsonst trägt die Schlüsselkomposition der Aufnahme den Titel „Hope“. (Josef Engels)

“Although there is a significant cinematic quality about these melodic songs, Herskedal displays a poet’s knack for nuances, resulting in enchanting harmonies, infectious rhythmic mantras, and atmospheric textures. An impressive work from a single musician, the tuba has never sounded so mastered.” ALL ABOUT JAZZ

Daniel Herskedal hat sich als außergewöhnlicher Musiker und Komponist einen Namen gemacht und ist für seine bahnbrechenden Arbeiten mit der Tuba bekannt. Er hat einen einzigartigen Spielstil entwickelt, der traditionelle Vorstellungen von diesem Instrument in Frage stellt, und seine Musik lässt sich am besten als lebendig beschreiben – sie strahlt Frische und Vitalität aus.

Mit einem Stil, der zwischen der Welt des Jazz und klassischer Kompositionen fließt, zeugt Herskedals Musik von emotionaler Intensität und Virtuosität und beschwört filmische Landschaften herauf. Sein neuestes Album „Call for Winter II: Resonance“ ist die Fortsetzung des gleichnamigen Soloprojekts, das stark von der rauen norwegischen Landschaft inspiriert ist.

Daniels beeindruckendes Œuvre umfasst Aufträge von renommierten Ensembles wie dem BBC Concert Orchestra, und neben mehreren von der Kritik gefeierten Alben in seinem Repertoire hat er auch Kompositionen und Arrangements für eine Reihe von Filmen geschrieben. Sein Gemeinschaftsprojekt mit Marja Mortensson wurde 2019 zudem mit einem Spellemann-Preis ausgezeichnet.