Georg Graewe@70 'fifty years on record' (D/A)
Thomas Lehn: analogue synthesizer
Georg Graewe: piano
second set
tba
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Im Oktober 1976 brachte die Berliner Free Music Production meine erste Schallplatte “New Movements” (FMP 0320) heraus, einen Konzertmitschnitt meines damaligen Quintetts vom April desselben Jahres. Das Georg Graewe Quintett hatte ich zwei Jahre zuvor, kurz vor meinem 18. Geburtstag, in Bochum gegründet, und nur wenige Monate später wurden Manfred Schoof und Alexander von Schlippnbach auf uns aufmerksam und öffneten uns die eine oder andere Tür. Das freute mich ganz besonders, hatte mir doch das legendäre Manfred Schoof Quintet (1965 - 68) für meine eigene Band Modell gestanden, und galt mir das Globe Unity Orchestra und das Schlippenbach Trio (mit Evan Parker und Paul Lovens) als Referenz für den aktuellen Stand des musikalischen Fortschritts. Zudem hätte ich in jugendlichem Sturm und Drang selbst ein Angebot von CBS ausgeschlagen für die Möglichkeit, bei FMP zu debutieren. Dieser Konflikt bot sich selbstverständlich nicht, und im Rückblick bin ich in mehrfacher Hinsicht auch recht froh darüber.
In den folgenden 50 Jahren habe ich mehr als 50 Tonträger unter eigenem Namen veröffentlicht, auf unterschiedlichen Labels in Europa, den USA, Kanada und vieles davon auf meinem eigenen, Random Acoustics, das ich 1993 ins Leben rief, um teils absurden und meist kunstfernen Diskussionen mit manchen Produzenten zu entgehen. Mein frühes Quintett ging 1982 im GrubenKlangOrchester auf, das bis 1993 mit fluktuierender internationaler Besetzung (ua John Lindberg, Phil MInton, Phil Wachsmann) existierte. Weitere Bands entstanden, wie etwa das Trio mit Ernst Reijseger und Gerry Hemingway, das Quartett Frisque Concordance, das Georg Graewe Quartet mit Frank Gratkowski, Kent Kessler und Hamid Drake und seit 2006 wieder eine Grossformation, die unter dem Namen Sonic Fiction Orchestra firmiert und in der Saison 2018/19 als “stage band” im Porgy&Bess die Gelegenheit hatte, sich neu zu sortieren.
Vor dem Hintergrund beider Jubiläen (70/50) habe ich in Kooperation mit lokalen Veranstaltern mehrere zweitätige Residenzen in Köln, Wien, Berlin und London auf den Weg gebracht - Rückblick auf Erreichtes, aber mehr noch Ausblick auf weiterhin Mögliches. Zu den beiden Abenden im Porgy&Bess sind rund um die MusikerInnen meines Orchesters internationale Gäste eingeladen, darunter langjährige WeggefährtInnen und kürzlich Hinzugekommene.
Georg Graewe, Oktober 2026
https://georggraewe.bandcamp.com/