Mo 7. Oktober 2019
20:30

Raúl de Souza Next Generation Band (BRA/CH)

Raúl de Souza: trombone
Christophe Schweizer: trombone
Alex Correa: piano
Glauco Solter: bass
Mauro Martins: drums

Raúl de Souza ist ein einzigartiges Phänomen, dessen Leben kaum eine Station auszulassen scheint: Früher Erfolg in der Heimat Brasilien, Triumph in den USA mit dem Welthit “Sweet Lucy”, Jahre der fast-Vergessenheit, und schließlich die Wiedergeburt an der Seite junger Talente.

Geboren 1934 in Rio de Janeiro, wuchs der Posaunist früh in die pulsierende brasilianische Musikwelt hinein und spielte unter vielen anderen mit Sérgio Mendes und Eumir Deodato. Zusammen mit seinem lebenslangen Freund Airto Moreira und Flora Purim gehörte er zum Kreis der Musiker, die aus der coolen Bossa Nova der 50er Jahre und der Gafieira den Samba Jazz entwickelten. 1973 zog er auf Einladung von Moreira und Purim nach Los Angeles und beeindruckte den legendären Produzenten Orrin Keepnews dermassen, dass er 1974 Airto das Album “Colors” produzieren liess, auf welchem Superstars wie Cannonball Adderley, Jack de Johnette oder J.J. Johnson gastierten. Es folgten Kollaborationen mit Airto / Herbie Hancock (Album “Identity”), Milton Nascimento, und Jaco Pastorius. 1977 dann der Höhepunkt: das von George Duke produzierte Funkjazz-Album “Sweet Lucy” wird ein Welthit, und auch “Don’t ask my Neighbors” von 1978 ist ein großer Erfolg. Doch kurz danach wird es still um ihn – er zieht zurück nach Brasilien und tritt eher sporadisch in Erscheinung. Erst als er auf dem Album „Antônio Brasileiro” der Bossa-Legende Antonio Carlos Jobim mitspielt, welches 1996 mit einem Grammy ausgezeichnet wird, macht er wieder nternatnal auf sich aufmerksam. Neben Konzerten mit alten Freunden wie etwa Toninho Horta pflegt der nach wie vor auch kompositorisch aktive Raúl de Souza vermehrt die Zusammenarbeit mit jüngeren und hochtalentierten Musikern – eine für beide Seiten gleichermaßen inspirierende Begegnung.

Das Raúl de Souza Generations Quintet kam 2017 für ein Konzert am Jazz Open Hamburg erstmals zusammen.

Der Posaunist CHRISTOPHE SCHWEIZER wurde 1968 in der Schweiz geboren. Er lebte ab 1992 für zehn Jahre in New York und spielte unter anderem mit der George Gruntz Concert Jazz Band und Mingus Big Band. Er veröffentlichte mehrere Alben unter eigenem Namen, darunter OPUS mit David Binney, Jacob Sacks, Hans Glawischnig und Dan Weiss, und 2016 THE BROADER PICTURE – eine von der Kritik hochgelobte Zusammenarbeit des Schlagzeugers Billy Hart mit der WDR Big Band Köln, welche Schweizer arrangierte und dirigierte.

Mit der Musik und der Person „Raulzinhos“ wurde Christophe durch den Pianisten ALEX CORRÊA (*1981) in Berührung gebracht. Corrêa stammt aus dem Süden Brasiliens und kam nach einigen Jahren in São Paulo 2013 nach Holland, um in Groningen am Prins Claus Conservatorium zu studieren. Dort blühte sein riesiges – auch kompositorisches - Talent auf und wurde mit dem VNO-NCW NOORD TALENT AWARD 2014 ausgezeichnet. Einer seiner Lehrer dort war der New Yorker Trompeter Alex Sipiagin, der ihn zur Aufnahme seines noch unveröffentlichten Albums „Gratitude“ nach New York einlud und mit dem er seither regelmäßig zusammenspielt.

Während Alex seit 2016 mit Raúl de Souza arbeitet, gehört der Bassist Glauco Solter seit einem Jahrzehnt zum Kreis der Musiker um de Souza. Er entstammt der gleichen Genration wie Christophe Schweizer und ist auch als Dozent, Arrangeur, und Produzent einer der gefragtesten Bassisten Brasiliens.

Der Schlagzeuger MAURO MARTINS arbeitet sowohl als Studiomusiker, wie auch als Arrangeur und Komponist und kann auf
Kollaborationen mit der ersten Liga der Popmusik zurückblicken, unter anderem mit Phil Collins, Tania Maria, Richard Galliano und Chico César. (Pressetext)