Sa 8. Mai 2021
20:30

Son of the Velvet Rat 'Solitary Company' (A)

TICKETS:

Heike Binder: organ, accordion
Georg Altziebler: guitar, vocals
Albrecht Klinger: bass
Muck Willmann: drums

Wir starten ca. 1/2 h vor Konzertbeginn den Live-Stream (Real-Time, nach Konzertende nicht mehr abrufbar!). Durch Klicken auf "Zum Livestream" öffnet sich ein Fenster, wo Sie kostenlos und ohne irgendeine Registrierung das Konzert miterleben können. Wir ersuchen Sie aber, dieses Projekt über "Pay as you wish" zu unterstützen. Vielen Dank & Willkommen im virtuellen Club!

Sanft seufzt die Melodica, dann setzt die Band ein. Sie spielen einen langsamen Marsch, auf Samtpfoten. Nach einer halben Minute meldet sich Violinist Bob Furgo mit einer improvisierten Melodie zu Wort, in der genauso viel irischer Folk wie „La vie en rose“ steckt. Augenblicklich finden wir uns in jener amerikanisch-europäischen Welt wieder, die Furgos Geige einst auf Leonard-Cohen-Platten heraufzubeschwören pflegte. Eine weitere halbe Minute später setzt endlich diese Stimme ein. „I’m the paintbrush, not the painter“, singt Georg Altziebler sein methodisches Manifest der folgenden zehn songförmigen Geschichten, die sich scheinbar ohne Kraftaufwand ganz von selbst erzählen: „I am just the singer, not the song / All I really did was sing along.“ Es ist die schlaue Umkehr eines alten Klischees (It’s the singer not the song), das Vertraute dient als eleganter Zugang zu einer eigenständigen Vision. […]
In „The Ferris Wheel“ dreht sich ein Riesenrad unter der Erdoberfläche und in „11 & 9“ setzt ein Pärchen am Roulette-Tisch sein ganzes Geld auf das Datum von Heike und Georgs Hochzeitstag. Im Titelsong wiederum beobachten wir durchs Hotelfenster ein Pärchen beim Liebemachen, dazu der Klang eines von Kontrabassist Eric McCann arrangierten Streichquartetts in kongenialer Konversation mit der Bauernleier des Matthias Loibner.
Alles endet mit „Remember Me“, der bewegenden Geschichte eines alten Fischers, inspiriert von einer zufälligen Entdeckung auf einer verlassenen Mittelmeer-Insel.
Nicht viele Künstler*innen vermögen durch derart subtile Stil-Schattierungen so viele Räume zu eröffnen und nicht viele Alben nehmen den/die Zuhörer*in auf solche Reisen mit. […] (Robert Rotifer)