Fr 19. März 2021
20:30

Lajos Dudas & Philipp van Endert (HU/D)

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Lajos Dudas: clarinet
Philipp van Endert: guitar

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(...) Ein paar Kilometer weiter nordwestlich, in Überlingen, lebt ein anderer Jazz-Exilant: Klarinettist Lajos Dudas ist schon in den 1970ern aus Ungarn nach Deutschland ausgewandert. In "The Lake And The Music" scheint der 79-Jährige am Ufer des Bodensees zu stehen, um den Blick schweifen zu lassen, sich zu erinnern und Bilanz zu ziehen. Dudas lässt seine vielfältigen musikalischen Erfahrungen in entspannte Interpretationen bekannter Jazz-Standards einfließen, wobei auch Stücke von Landsmännern wie Attila Zoller nicht fehlen. (Andreas Felber)

Lajos Dudas – Preziosen eines Universalisten
„Für mich ist eigentlich der Jazz alles“, sagt der Klarinettist, Komponist und Pädagoge Lajos Dudas in einem Porträtfilm, den ihm seine langjährige Heimatstadt Neuss gewidmet hat. „Für mich ist das Leben Jazz!“ lautet das Fazit des 79-jährigen Künstlers. In Ungarn geboren, machte er sich nach seinem Studium am Bela-Bartok-Konservatorium und an der Franz-Liszt-Musikakademie bereits in den 70ern des letzten Jahrhunderts einen Namen als stilistisch unabhängiger virtuoser Stilist, der sich im Rock- und Popbereich ebenso erfrischend bewegen konnte, wie im Jazz oder im Bereich klassischer Musik von Carl Maria von Weber bis Strawinsky.

„Zurück in die Zukunft“, eine programmatische Ausleihe vom gleichnamigen SF-Films aus den 80ern ist eine Zusammenfassung, ein Rückblick auf die enorm kreativen Jahre 1986 bis 2013. Darunter sind sowohl Livemitschnitte, als auch Studiotakes die bislang überwiegend nie veröffentlicht worden sind. Bis auf Jerome Kerns Klassiker „All the Things You Are“, das er 1998 in Köln mit Kurt Billker (dr), Jochen Büttner (perc) Leonard Jones (b) und seinem langjährigen Partner Phillipp van Endert (g) aufgenommen hat, enthält das Album ausschließlich Originalkompositionen von Dudas und Kollektivimprovisationen.

Es sind feine kleine Preziosen, unterschiedlich in Stimmung, Form und Stilistik. „Nightfall“ mit dem verstorbenen Ali Haurand und dem Vibraphonisten Tom van der Geld ist ein dunkles, balladeskes Stück voller Geheimnisse von 1979 und „Real Bebop“ eine nervös-freie Post-Bop-Nummer aus dem Jahr 1990 mit Yildiz Iberahimova (voc) und Sebastian Buchholz am Altsax.

Eingeleitet wird das Album mit einer seltsamen, religiös-christlich anmutenden Grafik auf dem Cover – von der man sich nicht abschrecken lassen darf – von wunderbaren „Miniaturen“ aus 1986, aufgenommen mit einem Klarinettenquartett mit Theo Jörgensmann, Eckard Koltermann und Dieter Kühr. Auch wenn es mit bluesigen Nummern – Eleven And Half Bar Blues von 1991 – entspanntem Modern Jazz und dichtem freiem Kollektivspiel eine etwas waghalsiges Konvolut ist, geht das Album doch über ein Sammelsurium hinaus und bietet Einblick in das vielfältige musikalische Schaffens eines Universalisten. (Michael Scheiner, jazzzeitung.de)

Mit freundlicher Unterstützung des Collegium Hungaricum Wien