Do 15. Oktober 2026
20:30

The Upper Austrian Jazz Orchestra presents Celebrating Lady Day arranged & conducted by Michael Gibbs & Ed Puddick feat. Ali Gaggl (A/GB)

Michael Gibbs, Ed Puddick: compositions, arrangements, conductions
Ali Gaggl: voice
Rudolf Pilz, Gerhard Ornig, Simon Hartl, Manfred Weinberger: trumpets
Andreas See, Robert Müllner, Christian Maurer, Andreas Lachberger, Jürgen Haider: saxophones
Dominik Stöger, Robert Bachner, Peter Nickel, Hermann Mayr: trombones
Helmar Hill: piano
Primus Sitter: guitar
Christian Wendt: bass
Ewald Zach: drums

Wir starten ca. 1/2 h vor Konzertbeginn den Live-Stream (Real-Time, nach Konzertende nicht mehr abrufbar!). Durch Klicken auf "Zum Livestream" öffnet sich ein Fenster, wo Sie kostenlos und ohne irgendeine Registrierung das Konzert miterleben können. Wir ersuchen Sie aber, dieses Projekt über "Pay as you wish" zu unterstützen. Vielen Dank & Willkommen im realen & virtuellen Club!

Die legendäre Jazzsängerin Billie Holiday setzte mit ihrer Musik bis heute relevante Maßstäbe für nachfolgende Generationen. So auch Michael Gibbs, der als Komponist moderner Bigband Literatur an der Seite von Pat Metheney, Gary Burton und vielen mehr auf eine international hell erstrahlende Karriere blicken kann. Bereits in den 1960er Jahren, als Student am Berklee College of Music, war Michael Gibbs fasziniert von „Lady-Day“ (Spitzname mit dem sie von Lester Young angesprochen wurde) und schrieb mehrere Arrangements zu den Songs, die Lady Day während ihres tragisch kurzen Lebens bekannt gemacht hat. 2002 begann für das Upper Austrian Jazz Orchestra die Zusammenarbeit mit dem mittlerweile 89 Jahre jung gebliebenen Michael Gibbs. „101 Years Glenn Miller” (2005) und „Swing And All That Jazz” (2012) sind zwei CD Produktionen die durch diese Zusammenarbeit entstanden und bei ATS Records veröffentlicht wurden. Die Sängerin Ali Gaggl ist darauf zu hören und sie wird auch im Billie Holiday-Set den Vocal-Part übernehmen und Lieblingswerke dieser Ikone das Jazz interpretieren. Gemeinsam mit Michael Gibbs wird der feinsinnige Gastdirigent Ed Puddick aus Birmingham das Orchester durch das Konzert begleiten. Als enger Vertrauter und Langzeit-Assistent seiner Arbeit wird Ed Puddick, dessen Musik das UAJO mit dem Album „Crazy Days“ (ATS-Records) veröffentlichte, im zweiten Set Originalkomposition von Michael Gibbs dirigieren.

Michael Gibbs
Nach einer Ausbildung am Berklee College of Music und bei Gunther Schuller, George Russell und J. J. Johnson an der Lenox School of Jazz bzw. am New England Conservatory wurde er in Tanglewood von Aaron Copland, Iannis Xenakis, Lukas Foss und wiederum Schuller unterrichtet. 1963 arrangierte er ein erstes Album für Gary Burton. Seit 1965 lebte er in Großbritannien, wo er zunächst als Arrangeur für Graham Collier, John Dankworth, Tubby Hayes und als Studiomusiker arbeitete. Später orchestrierte er für Manfred Mann, Buddy Rich, Joni Mitchell, Vladyslav Sendecki, John McLaughlin, Uriah Heep, Michael Mantler, Peter Gabriel, Chris Hinze, Jaco Pastorius (u. a. auf Word of Mouth), Whitney Houston und Marianne Faithfull, aber auch für das Orchester Kurt Edelhagen und verschiedene europäische Rundfunkanstalten, wobei er unter anderem mit Gary Burton sowie mit Joachim Kühn zusammenarbeitete. Seine Kompositionen wurden von Burton, Stan Getz, Cleo Laine, Stanley Clarke und anderen aufgenommen.Seit etwa 1970 gilt Gibbs als einer der führenden Jazzkomponisten und Arrangeure. Aufbauend auf Gil Evans, Charles Ives und Olivier Messiaen hat er einen eigenen Stil und Sound gefunden, in den sich Rockjazz-Elemente einfügen. Daneben hat Michael Gibbs seit Beginn der 1970er Jahre auch die Musik zu verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen geschrieben, unter anderem 1972 zu David Greenes In den Fängen der Madame Sin, 1988 zu Maurice Hattons Amerikanisches Roulette, 1991 zu Ken Russells Die Hure und im Jahre 1992 zu Stephen Poliakoffs Schließe meine Augen, begehre oder töte mich oder zu John Woos Hard Boiled.

Sein Debütalbum Michael Gibbs von 1970 wurde 1998 in die Liste “100 Records That Set the World on Fire (While No One Was Listening)” von The Wire aufgenommen. 2017 erhielt er einen Doctor Honoris Causa am Berklee College of Music, wo er von 1959 bis 1962 studiert und von 1974 bis 1983 gelehrt hatte. Mitte November 2025 bekam Gibbs die Ehrendoktorwürde der Birmingham City University verliehen, überreicht am Royal Birmingham Conservatoire, dem er als Gastdozent und Artist in Residence verbunden ist seit langem.

Upper Austrian Jazz Orchestra - OÖs Institution im orchestralen Jazz
Im 33. Jahr des Bestehens und nach 15 CD Einspielungen mit verschiedensten Programmen eigener Musik („La lampe philosophique“, „Deference to Anton Bruckner“, „Thomas Bernhard groovt“ ,“Wein , Weib und Gesang“, „Song-Song“, „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“, „In the spirit of Hans Koller“, Brazilian World Music Project“, Saltchamermusic for Jazzorchestra“) aber auch Musik von und mit Gästen wie Kenny Wheeler, Jack Walrath, Slide Hampton, Johnny Griffin, Michael Gibbs, Toshiko Akiyoshi, Mike Stern, Maria Joao, Richard Bona, Mike Mainieri, Richard Galliano, Jane Monheit, Ed Puddick, Mats Holmquist und Randy Brecker hat sich das UAJO zu einer Institution auf dem Gebiet kreativer Jazzmusik, nicht nur in Oberösterreich, entwickelt. Eine besondere Eigenheit in der Gestaltung neuer Programme ist das Konzept, die Musiker des Orchesters auch als Komponisten und Arrangeure zu präsentieren. So entstehen Programme, die einerseits von der Vielfalt der musikalischen Zugangsweisen mehrerer Komponisten/Arrangeure profitieren, andererseits aber durch die gemeinsame Erfahrung einer 33 Jahre währenden Kontinuität geprägt sind.