Mo 20. April 2026
19:00

Gisela Horat: piano
Simon Iten: bass
Samuel Büttiker: drums

Juni 2024. Ein denkwürdiger Abend im Mediencampus Villa Ida in Leipzig. Gisela Horat, Simon Iten und Samuel Büttiker. Die Erforschung der Räume, in denen Ton zum Klang wird. Einer Welt überbordender, taub machender Geräusche stellen sie die Stille entgegen. Gehen dabei bis an die Grenzen des Ertragbaren, bis zu jenem Augenblick, an dem das Herz schier springen will in Erwartung des nächsten Tons. Stille als Gestaltungsprinzip einer Musik, die keiner Stroboskopgewitter und künstlichen Bühnennebel bedarf! Einer Musik, die Geschichten erzählt, die anrühren und bewegen, die aus dem Schweigen kommen in dieser lauten Zeit, und aus dem Herzen. Diese beseelende Spannung, die Energie wird und sich mit dem ersten Ton auflöst, zu dem sich ein zweiter gesellt, und ein dritter, überlegt und erspürt, mit denen allmählich Form und Rhythmus sich kristallisieren und Klang werden. Der kann ohrenbetäubend harmonisch sein und berückend dissonant. Kann rhythmisch treiben wie ein Herbstgewitter oder balladesk schweben wie ein Frühlingshauch. Oder alles zugleich und nacheinander und miteinander. Beim Publikum Genuss aus der Anstrengung des aufmerksamen Hörens. Was schon einmal dazu führen kann, wie bei diesem Konzert geschehen, dass eine ver(w)irrte Besucherin zur anderen sagt: „Hoffentlich ist sie nicht eingeschlafen.“ NEEEIIIN! Wir müssen wieder lernen, die Stille zu hören und auszuhalten, uns in ihr zurechtzufinden, ihren Geschichten, in diesem Fall den Geschichten dieses hervorragenden Trios, zu lauschen und hinzugeben. – Thomas Brückner