Fr 25. September 2020
20:30

Ralph Towner Solo (USA)

Ralph Towner: guitar, piano

Ob als Gitarrist oder Pianist, ob als Komponist – seit fast einem halben Jahrhundert ist der US-Amerikaner Ralph Towner aus dem zeitgenössischen Jazz nicht mehr wegzudenken.

1968 ging Ralph Towner als Gitarrist und Pianist nach New York City, wo er 1970 Mitglied des Paul Winter Consort wurde. 1972 gründete er mit Glen Moore, Collin Walcott und Paul McCandless die Gruppe Oregon, mit der er im Lauf der Jahre mehr als dreißig Alben einspielte. Daneben arbeitete er auch mit Musikern wie Keith Jarrett, Joe Zawinul und Wayne Shorter (Weather Report), Egberto Gismonti, Gary Burton, John Abercrombie, Gary Peacock, Jack DeJohnette, Jan Hammer, Eddie Gomez, Elvin Jones, Freddie Hubbard, dem Trio Azimuth und 2009 im Duo mit Paolo Fresu.

Legendär ist er als experimentierfreudiger Virtuose an der akustischen Gitarre und als Leader der Band Oregon, die seit Ende der 60er-Jahre die Grenzgebiete von Jazz und Weltmusik auslotet. Weniger bekannt ist, dass er sich zunächst autodidaktisch das Klavierspiel beibrachte, bevor er Anfang der 60er-Jahre klassische Gitarre studierte. So verwundert es nicht, dass sein wichtigster Einfluss ein Pianist ist: Die Musik von Bill Evans zieht sich als roter Faden durch Towners Diskographie, vom bahnbrechenden ECM-Album „Solo Concert“ 1980 mit dem durch Evans bekannt gewordenen Miles-Davis-Stück „Nardis“ bis hin zum aktuellen „My Foolish Heart“, dessen Titelstück Towner zuerst in der Version des Bill Evans Trios hörte.

Im aktuellen Soloprogramm stellt er sich der Herausforderung, „die Interaktionen eines kleinen Ensembles auf die Gitarre selbst zu übertragen“. Alleine auf der Bühne, nur mit seinen 6- und 12-saitigen Gitarren zur Hand, wird Ralph Towner persönliche Lieblingsstücke aus fünf Jahrzehnten interpretieren. Neben Jazz klingen auch Einflüsse aus brasilianischer und klassischer Musik an – virtuos verschmolzen zu veritablen Klangkunstwerken. (Pressetext)

Er ist vielleicht der einzige Gitarrist aus dem Jazz-Lager, der noch nie elektrisch zu hören war; ein reiner Akustiker also, dazu noch mit der recht ungewöhnlichen Instrumentenkombination von klassischer Nylonstring- und 12saitiger Steelstring-Gitarre. Spätestens jetzt wissen Interessierte, auf wen diese Beschreibung paßt...

Es geht um Ralph Towner, Gitarrist und Mitbegründer der Gruppe Oregon. Der Multi-Instrumentalist (außer Gitarre spielt er Klavier, Synthesizer, Trompete und Percussion) hat eine außergewöhnliche Laufbahn hinter sich. Geboren 1940 startet er mit dem Klavier im Alter von 3 Jahren, beginnt mit 18 ein Musikstudium an der University of Oregon – zunächst mit der Trompete – und hält im vergleichsweise fortgeschrittenen Alter von 22 erstmals eine Gitarre in den Händen. 1963 und 1967 geht er jeweils für ein Jahr nach Wien und studiert bei dem klassischen Gitarristen Karl Scheit.

Zurück in den Staaten arbeitet er in New York als Pianist und Gitarrist und wird 1970 Mitglied des Paul Winter Consort, einer ungewöhnlich instrumentierten Gruppe mit Cello und Oboe. Hier spielt er ausschließlich 12string-Gitarre und lernt Glenn Moore, Colin Walcott und Paul McCandless kennen. Eine folgenreiche Begegnung, denn diese vier gründen zwei Jahre später das Quartett Oregon, ein höchst wandlungsfähiger Klangkörper im Spannungsfeld zwischen europäischer Kammermusik, World Music und Jazz. Seitdem hat Ralph Towner als Solist, als Sideman und zusammen mit Oregon eine lange Reihe von Plattenaufnahmen vorgelegt, erhielt 1974 den „Downbeat’s Critics Poll“ und gewann mit Oregon für das Album „Ecotopia“ einen Grammy. Er erfährt bei Hörern und Musikerkollegen gleichermaßen größte Hochachtung und ist eines der gitarristischen Aushängeschilder des Münchner Labels ECM. (Pressetext)