Di 30. April 2019
19:30
UNESCO International Jazz Day 2019

Rolf & Joachim Kühn Duo (D) / Birds Against Hurricane (A)

Rolf & Joachim Kühn Duo
Rolf Kühn: clarinet
Joachim Kühn: piano

Birds Against Hurricane
Alex Pinter: guitars, ukulele
Viola Hammer: piano
Christian Bakanic: accordion

Ö1 Live-Übertragung. Pünktlicher Konzertbeginn!

Im November 2011 hat die UNESCO den „Internationalen Tag des Jazz“ ausgerufen. Er wurde erstmals am 30. April 2012 mit über 100 Veranstaltungen weltweit gefeiert. Mit dem Welttag des Jazz würdigt die UNESCO eine Musikform, die in mehr als 100 Jahren zu einer universellen Sprache für Freiheit, Individualität und Vielfalt geworden ist. Als Partner und Galionsfigur fungiert übrigens niemand Geringerer als der große Herbie Hancock, seines Zeichens auch UNESCO-Botschafter für interkulturellen Dialog!
Das P&B beteiligt sich gemeinsam mit dem Radiosender Ö1 (wie schon 2013 & 2016), dessen Programm am 30. April – im Rahmen des erstmals stattfindenden Ö1-Jazztags – zum Großteil dieser Musik gewidmet ist, dem Thema ab 19.30 Uhr mit der Live-Übertragung zweier Konzerte aus dem Jazzclub Ihrer Wahl im Kultursender Ihrer Wahl. Achtung: Das Konzert beginnt pünktlich! CH

Rolf & Joachim Kühn Duo
Sie sind neben Albert und Emil Mangelsdorff das bekannteste Brüderpaar des deutschen Jazz und bringen zusammen rund 120 Jahre Spielerfahrung auf die Waage. Dass sich Rolf und Joachim Kühn um den Jazz in Deutschland wie nur wenige andere Musiker verdient gemacht haben, steht außer Frage. Auch wenn sie weniger "bodenständig" als die Mangeldorffs waren und einen nicht unerheblichen Teil ihrer Karrieren im Ausland verbracht haben.

Der 1929 in Köln geborene Klarinettist Rolf Kühn lebte zwischen 1956 und 1962 in den USA, um sich dort mit den Besten der Besten zu messen, kehrte dann aber nach Deutschland zurück. Der 1944 in Leipzig zur Welt gekommene Pianist Joachim Kühn verließ seiner Heimat 1968, lebte erst in Frankreich, dann in den USA und pendelt heute zwischen Paris und Ibiza hin und her. Beide haben sich nie auf ihren (reichlich eingesammelten) Lorbeeren ausgeruht, sondern immer neue musikalische Herausforderungen gesucht. Schon 2011 wurden sie zusammen für ihre beachtlichen Lebenswerke mit dem ECHO Jazz Award ausgezeichnet.

Im darauffolgenden Jahr veröffentlichten sie auf Impulse! Records das gemeinsame Album "Lifelines", das in die Bestenliste des Preis der Deutschen Schallplattenkritik aufgenommen wurde. Auf dem mit Bassist John Patitucci und Drummer Brian Blade eingespielten Album zogen sie eine Art musikalische Lebensbilanz und knüpften zugleich an das Album „Impressions Of New York" an, das sie 1967 mit Bassist Jimmy Garrison und Schlagzeuger Aldo Romano ebenfalls - als erste deutsche Musiker! - für das legendäre Coltrane-Label aufgenommen hatten.

Jetzt werden Rolf und Joachim Kühn mit der German Jazz Trophy 2018 erneut für ihre Lebenswerke geehrt. In der Begründung der Jury heißt es: "Auch wenn sich die Lebenswege der Brüder zeitweilig trennten, kam es doch immer wieder zu fruchtbaren Begegnungen zwischen Rolf Kühn und seinem 15 Jahre jüngeren Bruder Joachim. In ihren außergewöhnlichen Karrieren spiegelt sich die deutsche und internationale Jazzentwicklung in besonderem Maße wieder." (Pressetext)

Rolf & Joachim Kühn Quartet "Lifeline"
In der Ruhe liegt die Kraft
Die beiden sind für Deutschland das, was für Österreich Joe Zawinul war: der allerfeinste Export in die Heimat des Jazz. Klarinettist Rolf Kühn, Jahrgang 1929, wurde ab Mitte der Fünfzigerjahre zum internationalen Aushängeschild des deutschen Jazz. Und das in erster Linie mit eigenem Quartett und nicht als Sideman. Sein 15 Jahre jüngerer, klavierspielender Bruder Joachim kooperierte mit Don Cherry, Gato Barbieri sowie mit Ornette Coleman.

Immer wieder spielte das in Ostdeutschland aufgewachsene und auf abenteuerliche Art geflüchtete Brüderpaar gemeinsame Alben ein. Etwa das legendäre „Impressions Of New York“, das sie 1967 nur drei Tage nach dem Tod von Coltrane aufnahmen. Das nun vorliegende, hochkarätige Werk entstand zum 50. Geburtstag des US-Labels Impulse, das ja eng mit Coltranes Spätwerk verbunden war. Die mit John Patitucci und Brian Blade eingespielte Musik betört mit Herbheit und gravitätischer Ruhe. (Samir H. Köck, 2012)

Birds Against Hurricane
Inspiriert durch Anouar Brahem’s Album "Le voyage de Sahar" sowie durch Musik, die er von diversen Tourneen mit nach Hause gebracht hat, begann der Gitarrist Alex Pinter an seinem eigenen Traumprojekt mit Eigen-Kompositionen zu arbeiten. Mit Viola Hammer und Christian Bakanic hat er seine Traumbesetzung gefunden: herausgekommen ist das Debut-Album ":fluegge:", das 2019 veröffentlicht wird und durch seine ungewöhnliche Instrumentierung und einer sehr einprägsamen Melodie besticht. (Pressetext)