Do 24. Oktober 2019
20:00

mdi ensemble (I)

Lorenzo Gentili-Tedeschi: violin
Lorenzo Derinni: violin
Paolo Fumagalli: viola
Giorgio Casati: violoncello
Paolo Casiraghi: clarinet
Luca Leracitano: piano

Program
Salvatore Sciarrino: Centauro marino, for clarinet, violin, viola, cello, piani (1984)
Giorgio Netti: ) place (, for string quartet (2001-2002)
Francesco Filidei: Esercizio di pazzia II (2014), for four performers
Marco Stroppa: Omaggio à Gy.K., for clarinet, viola, piano (1997-2003 / revision 2011)
Francesco Filidei: Esercizio di pazzia I (2012), for four performers

Das 2002 in Mailand gegründete mdi ensemble präsentiert sich erstmals in Wien im Jeunesse-Zyklus „Fast Forward und ihrer Herkunft entsprechend stimmig mit einem Programm solitärer Vertreter der italienischen zeitgenössischen Musikszene mehrerer Generationen: von dem 1947 geborenen Salvatore Sciarrino über Marco Stroppa, geboren 1959, bis hin zu Sciarrinos Schüler Francesco Filidei mit Geburtsjahr 1973. Ehrt Stroppa, der seine kunstästhetische Vision wie ein Architekt in der Perfektionierung jedes Bausteins erwirkt, in der vorliegenden Komposition Altmeister György Kurtág, so schrieb Salvatore Sciarrino einst: „Es geht nicht um intellektuelle Lösungen, sondern um das Erschließen einer kostbaren, poetischen Welt“ und beschrieb mit diesen Worten wiederum die Klangwelt Francesco Filideis. Mit einer ganz besondere Individualsprache erschließt auch Netti neue Welten, indem er etwa in ) place ( Musik, die sich am und um den Ton-Steg entwickeln kann, erforscht.
Auf eine große Klangreise führen uns also die Musiker des mdi ensemble, das u.a. in enger Zusammenarbeit mit international renommierten Komponisten wie Helmut Lachmann oder Sofia Gubaidulina und Dirigenten wie Emilio Pomàrico oder Stefan Asbury seine große Qualität unter Beweis stellen konnte. So erhielt es 2017 auch die Auszeichnung “Una vita nella musica” durch das Fenice Theatre für “[…] pursuing with perseverance and tireless attention a very precise aim, which is working on contemporary music as a classical chamber music would do, shaping a strong identity in the sound and in the style of the performances”. Ihre erste CD-Einspielung mit einer Komposition von Stefano Gervasoni wurde bereits 2009 mit dem “Coup de Coeur – Musique contemporaine” bedacht, weitere Einspielungen widmen sich ebenfalls immer wieder italienischen Komponisten wie etwa Marco Momi und Giovanni Verrando. (Ute Pinter)