Fr 24. Januar 2020
20:30

Spitting Ibex (A)

Tanja Peinsipp: vocals
Florian Kittner: guitar, vocals
Valentin Zopp: keyboards, vocoder, vocals
Florian Jauker: bass, synth bass
Alex Distl: drums, electronics
Manuel Pitsch: percussion
Alex Valdes: trumpet
Daniel Weber: alto saxophone
Christoph Krasnik: baritone saxophone
Nina Schwarzott, Soulcat E-Phife: background vocals
& special guests

Spitting Ibex prästentieren ihr langersehntes neues Album mit einem fulminanten Releasekonzert. Die Wiener Band bringt frischen Funk in die Seelen der Nation. Futuristischer Vintage-Sound oder retro Zukunftsmusik - ganz gleich wie man es sieht: Spitting Ibex bauen moderne Brücken zwischen Generationen. Eine Band, die alle Phasen seit den 60ern durchlebt und sie zu einem fetzig-kompakten Paket schnürt. Zwischen Drumset und Samplepad, Saiten- und Tastenbass, schmutzigen Riffs und bösen Licks herrscht Gleichberechtigung. Und Female-Fronted lautet die neue Devise. (Pressetext)

Unglaublich funky im tanzbarsten Sinn springt dieser spuckende Steinbock schon seit vielen Jahren durch die Clubs. Doch auf ihrer als Vorbote eines zweiten Albums erschienenen, in dramatische Streicher‐ und Bläsersätze straight from Memphis getunkten 6/8‐Takt‐Ballade „The Seeds of Your Sorrow“ arbeiten Spitting Ibex sich von der angestammten Vorgabe der Party‐Band (siehe Tunes wie „Let it go“ oder „Mr Operator“) in eine politische Richtung vor: „All I can see / People are blinded by their anxieties / Prisoners of hate, the slaves of major insecurities / You will reap what you sow / The seeds, the seeds of your sorrow“, singt die im begleitenden, reichlich verstörenden Video dem Inneren einer Muschel entsteigende Tanja „Aunty“ Peinsipp ihr Klagelied über die latente Aggression einer dem Hass und der Sucht nach Spaltung und Konflikt verschriebenen Gesellschaft. In der Schlussszene sitzt sie als gefiederte Königin am Bankett, während an ihrer Seite – nach einem glitschigen Food Fight – Bassist Florian Jauker auf dem Kopf des Gitarristen Florian Kittner eine Weinflasche zerschlägt und sich dann vor dessen zusammengesunkener, besiegter Gestalt mit dem Handy filmt. Dieweilen murkst Keyboarder Valentin Zopp den Drummer Alexander Distl mit dem Speisemesser ab: „The eternal temptation of anger and fear.“ Gottseidank alles nur Theater, Ähnlichkeiten mit dem echten bzw. Online‐Leben sind aber spürbar beabsichtigt. Große Musik für Beine und Hirn. (Robert Rotifer)