Di 20. Oktober 2020
20:30

Christian McBride Quintet 'Inside Straight' (USA)

Christian McBride: bass
Steve Wilson: alto saxophone
Peter Martin: piano
Warren Wolf: vibraphone
Carl Allen: drums

Ursprünglich geplant war ein Konzert mit seiner Big Band, aber aus allgemein bekannten Gründen ist es relativ kompliziert, 20 Menschen aus den USA auszufliegen und in Europa herumzukutschieren. Somit "schrumpfen" wir das Orchester auf Quintett-Größe, was dem musikalischen Genuß aber sicherlich nicht abträglich sein wird. Welcome back! CH

Der in Philadelphia aufgewachsene Jazzbassist Christian McBride verbindet das Feuer eines absoluten Virtuosen mit der Ruhe eines erfahrenen Künstlers. Er ist heute eine der angesehensten Figuren der Musikwelt. 1989 ging er nach New York, um sich dort an der Juilliard School klassisch ausbilden zu lassen. Dort engagierte ihn der Saxofonist Bobby Watson. Nach unzähligen Studioaufnahmen und Konzerten gründete er im Jahr 2000 die Christian McBride Band, mit der er die Grenzen elektroakustischer Möglichkeiten auslotete. 2009 fokussierte er sich wieder auf die Tradition und spielte mit der Christian McBride Big Band das Grammy-ausgezeichnete Album „The Good Feeling“ ein. In die dritte Dekade seiner Karriere startete er im Trio, dem Herzstück der Big Band. Der vierfach Grammy-Ausgezeichnete spielte mit Künstlern wie Freddie Hubbard, Sonny Rollins, J. J. Johnson, Ray Brown, McCoy Tyner, Herbie Hancock, Pat Metheny, Chaka Khan, Natalie Cole, Lalah Hathaway, James Brown und vielen mehr! Ein absolutes Muss für Jazzfreunde, ein wunderbarer Big Band Abend. (Bürgerhaus Backnang, 2018)

Ein Bär von Erscheinung. Eine Sprechstimme tiefer als sein Instrument. Ein breites Grinsen, als hieße er McBright. Christian McBride ist eine geerdete Frohnatur – und so klingt auch die Big Band des amerikanischen Bassisten: geradeaus swingend und gelegentlich funky. Seine Großformation erfindet den Jazz nicht neu, ganz im Gegenteil, aber sie sorgt für Spaß – und Groove. Der Bandleader pflegte beim Festival im südwestenglischen Cheltenham einmal mehr das, was er als Wurzeln eines Baumes bezeichnet: die US-amerikanische Tradition, wie ein bauchlastiger Kontrapunkt zum verkopften zeitgenössischen Jazz. Nicht, dass er dies mit puristischem Sendungsbewusstsein täte: Fusion, R&B und Funk sind ihm mehr als nur vertraut, er spielte mit Sting, James Brown und mit Avantgardisten und Freejazz-Veteranen wie John Zorn und Henry Grimes. Ein ständiger Begleiter von Größen wie Chick Corea, Herbie Hancock, Pat Metheny und Roy Haynes, Kurator diverser Konzertreihen, Radiomoderator, bis vor kurzem Co-Direktor des Jazz Museums in Harlem. Keiner der einstigen „young lions“ hat sich so breit positionieren können wie Christian McBride. (Deutschlandfunk)