Di 22. September 2020
18:00

Internationaler Tag der Roma

Eintritt: frei. Um Anmeldung wird gebeten. Bitte Mail an info@voiceofdiversity.at senden.

Der Wiener Verein Voice of Diversity hat es sich zum Ziel gesetzt, mit Kunst- & Kultur-Veranstaltungen über die Volksgruppe der Roma zu informieren und aufzuklären. Roma sind mit an die 12 Millionen Angehörigen die größte Minderheit in Europa und waren Jahrhunderte lang ausgegrenzt und diskriminiert. Die Stellung der Roma in der Gesellschaft ist immer noch geprägt von Vorurteilen.

Anlässlich des Internationalen Tag der Roma organisiert Voice of Diversity eine international besetzte Podiumsdiskussion mit anschließendem Konzert von Harri Stojka & Roma Musik Ensemble. Der Internationale Tag der Roma wird jährlich am 8. April begangen – ein weltweiter Aktionstag, mit dem auf die Situation der Roma aufmerksam gemacht werden soll. Zum einen wird an diesem Tag die Diskriminierung der Volksgruppe in den Blickpunkt gerückt, zum anderen wird die Roma Kultur gefeiert.

Podiumsdiskussion über Eigen- und Fremdzuschreibungen

Über Jahrhunderte waren Roma und Romnja Beforschte. Die Kontrolle über die Narrative über ihr Volk, ihre Geschichte und Kultur hatten in vielen Fällen Ethnographen, Sprachwissenschafter und Historiker. Die eigene Geschichte, Sprache und kulturelle Traditionen, die meist innerhalb der eigenen Gemeinschaft mündlich weitergegeben wurden, blieben der breiteren Öffentlichkeit verborgen. In Österreich wie auch in Europa haben im Zuge einer Emanzipationsbewegung in den vergangenen 20 Jahren, Roma und Romnja den gesellschaftlichen Diskurs über ihre Volksgruppe in Frage gestellt und begonnen, ihre eigenen Narrative zu prägen. Zur Podiumsdiskussion sind internationale Gäste eingeladen, die durch ihr kulturelles Wirken gängige Narrative transformieren und mit Vertreter/innen aus Politik und Wissenschaft über das Verhältnis von Fremd- und Selbstzuschreibungen und deren Auswirkung auf Identität und Politik diskutieren:
Angéla Kóczé, Central European University, Budapest
Angéla Kóczé ist Assistenzprofessorin am Lehrstuhl für Roma-Studien und akademische Leiterin des Roma Graduate Preparation Program an der Central European University in Budapest. In ihrem interdisziplinären Forschungsansatz kombiniert sie das Engagement der Roma Gemeinschaft und die Politikgestaltung.

Dotschy Reinhardt, Künstlerin, Berlin
Dotschy Reinhardt, die in eine Künstler-Familie in Ravensburg geboren wurde, ist Sängerin, Autorin, Sinteza und Vorsitzende des Landesrats der Roma und Sinti, RomnoKher Berlin-Brandenburg.

Frank Reuter, Universität Heidelberg
Frank Reuter ist seit Januar 2018 wissenschaftlicher Geschäftsführer der Forschungsstelle Antiziganismus am Historischen Seminar der Universität Heidelberg. Ein zentraler Arbeitsschwerpunkt ist der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma, dessen Voraussetzungen und Nachwirkungen.

Samuel Mágó, Schriftsteller, Wien
Samuel Mágó, geboren in Budapest, lebt und arbeitet als Schriftsteller, Journalist, Künstler und Menschenrechtsaktivist in Wien. Er stammt aus einer Roma-Familie mit mütterlicherseits jüdischen Wurzeln.

Moderation: Mirjam Karoly, Politikwissenschafterin, Wien
Mirjam Karoly arbeitet seit über 20 Jahren im Bereich Menschenrechte und zur Situation der Roma. Als Angehörige der Burgenland-Roma ist sie Mitglied des Österreichischen Volksgruppenbeirates und Vorstandsmitglied des Vereins Romano Centro, Wien, und des Europäischen Roma-Rechte-Zentrums in Budapest.