Fri Nov. 12, 2021
20:30

Little Rosies Kindergarten 'Explorations – Songs' (A)

Anna Anderluh, Anna Widauer: vocals
Lisa Hofmaninger: saxophone, bass clarinet
Nick Holler: saxophone, clarinet
Werner Zangerle: saxophone
Johannes Bankl: trumpet
Matteo Haitzmann, Florian Sighartner, Simon Frick: violin
Clemens Sainitzer: cello
Helmut Mühlbacher: guitar
Lukas Leitner: keyboards
Philipp Kienberger: bass
Judith Schwarz: drums

Little Rosies Kindergarten – Stageband 2021/22 „Exporations“
I Introducing (16.September 2021)
II Something New (8.Oktober 2021)
III Songs (12.November 2021)
IV Minimal (5.Dezember 2021)

We start the live-stream (real time, stream is not on demand!) about 1/2 h before the show starts. By clicking on "Now Live" a window opens, where you can watch the concert free of charge and without any registration. If you want, you can support this project with "Pay as you wish". Thank you & welcome to the real & virtual club!

Sorry this part has no English translation

Wir fangen, so des Brauches Plan, beim Thema „Lied“ mit Orpheus an.
Ihm scheint ja die Bewegung seiner Lippen in Abstimmung mit dem Schlag auf seine Lyra genug
Rüstzeug gewesen zu sein, um seine Liebe dem Orkus zu lösen. Sie zu führen aus der Unterwelt.
(einzig, des Menschen oft Getadel, die Augen hätte er vergessen sollen).
Dies Ding mag also mehr Kraft besitzen, als landläufig und vielfälschlich angenommen.
Und so wundert es wohl niemand, dass auch dieser unser Kindergarten sich den Strapazen
unterweltlicher Tier- und Geisterzähmung widmet und nun vor Ihnen steht, geschätzte Reisende,
an den Ufern des Styx.
Oder war es ein Wald, voll gestellt mit Bäumen, eigenartige Früchte tragend
Oder ein Zimmer, abermals befüllt mit unschlüssigen, dickleibigen Gestalten
Ein Waschbär bricht der Steine Bahn, verschwindet auf Gideons’ Versen
Schwarzrändige Sonne wäscht Regen, stellt ihn hin, wartet ihn abzutrocknen
Einzelne Gestalten treten uns also hervor aus dem Dickicht beschwerlichen Bergauflaufens. Sie
verbeugen sich geziehmend und flüstern ihre Botschaft in unser Ohr.
Wer sie seien, flüstern sie, wer sie sind.
Und kleinweislich bilden wir einen Chor, verbrennen uns an Lichtern, die der leeren Notenblätter
Flammen sind und singen.
Diese unsere Lieder sind oft Schatten, manchmal versteckt sich kleines Getier in ihnen oder ein
vielfarbiges Gestänge kommt zum Vorschein, nachdem jemand den Lack vertragen hat.
Wie eine Landschaft, ruhig und lang sind manche, andere wiederum stehen von selber auf, ziehen
ihren Mantel an, behuten den Kopf und marschieren schnurstracks zur Tür hinaus, fast so, als
wollten sie die Übung noch einmal probieren, die einst ein Liebender sang unter der Erde.
(Clemens Sainitzer)